Album Rezensionen

Marius Meyer rezensiert auf alternativmusik.de

Gizheela – Welcome

welcome_cover Lang ist es her, da berichteten wir auf dieser Seite über Pattysplanet – Patty Stucki, die ihres Zeichens mit Andromeda ein Album veröffentlichte, das schwer einzuordnen war und auf sehr ansprechende Weise elektronische Klänge mit weltmusikalischen Einflüssen, TripHop, sphärischen Klängen und allerhand Einflüssen kombinierte. Nun ist sie wieder da, allerdings unter ganz anderen Vorzeichen: Mit dem Projekt Gizheela tritt sie unter dem Künstlernamen Eela Soley auf und hat in Bo Gilbert über ein Musikerportal einen Mitstreiter gefunden. Auf Welcome treffen sich die beiden in ihrer musikalischen Mitte und spielen mit rockigen Einflüssen weltgewandten Indie-Pop.

Das „Weltgewandte“ meint dabei sowohl den spirituellen Einfluss, der nicht von der Hand zu weisen ist als auch den weltmusikalischen Einfluss, der hier immer wieder deutlich wird. Nam Myoho Renge Kyo als Opener ist dabei eine Art Ouvertüre, denn viele Momente der Musik werden bereits eingeleitet. Die Gitarre taucht auf, Free Jazz-Elemente durch das Saxophon, Blues-Einflüsse und der eingängige Gesang Eela Soleys geben hier gut den Weg vor, den das Album beschreiten soll. Das tut es dann auch – und das in vielfältiger Art und Weise. Mal mehr balladesk, mal atmosphärischer, gerne auch mal mit rockigem Einschlag.

Time Is Like sticht zum Beispiel mit seiner treibenden Gitarre im Chorus und den gezupften Gitarren in den Strophen hervor, ergänzt um gut gesetzte Perkussion, Blues-Solo-Einsprengsel, Folk-Einflüsse und den meditativ-melodischen Gesang. Yearning For Your Smile hingegen ein atmosphärisches Liebeslied mit klaren Gitarren, das im mittleren Tempo treibt und ergänzt um hintergründige Saxophon-Melodien berührt. Die weltmusikalischen Einflüsse hingegen begegnen zum Beispiel in Oriental Breakfast, dessen Name Programm ist und, um es leicht klischee-behaftet greifbar zu machen, das „wie ein Märchen aus tausend und einer Nacht“ klingt. Mit einer gut eingesetzten verzerrten Gitarre dabei.

Spiritueller Hintergrund, dazu Indie-Pop mit Rock-Einflüssen, verzerrte Gitarren und klare, folk-inspirierte Klänge sind es, die auf dem Album begegnen. Man könnte sagen: „Da haben sich zwei gefunden.“ Die Kombination aus Eela Soley und Bo Gilbert funktioniert wunderbar. Der rote Faden geht nie verloren und Welcome bietet dabei weit mehr als die Summe seiner einzelnen Teile. Ein Album, bei dem man das strapazierte Wort „Geheimtipp“ mal wieder punktgenau einsetzen kann!

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Marion Möhle schreibt auf melodiva.de

Gizheela „Welcome“

Musik ist grenzenlos, grenzüberschreitend, kosmisch und geerdet zugleich – so könnte das Selbstverständnis von “Gizheela” beschrieben werden, die mit der CD “Welcome” ein elektronisches Vocal-Crossoverprojekt mit Ausflügen zu Mantren und spirituellen Anleihen vorlegen. Mit der Sängerin, Multiinstrumentalistin und Komponistin Eela Soley begegnet uns hier eine Künstlerin, die immer wieder für Überraschungen gut und längst keine Unbekannte mehr ist: niemand anderes als die “Musikplanetenforscherin” Patty Stucki verbirgt sich hinter dem Pseudonym Eela Soley. Mit Bo Gilbert, der neben Gitarren und Bass und einigen anderen Instrumenten auch an der Programmierung mitgewirkt hat, hat Eela Soley alias Patty Stucki einen gleichgesinnten Partner gefunden. Musikalisch dominieren große Gesangslinien, die raffiniert von verschiedenen Sounds, Loops und Grooves umspielt werden, so dass hier ganze musikalische Universen aufgespannt werden. Zwischendrin sind immer wieder Saxophon-Partien eingestreut, die das elektronische Soundbild der Musik aufbrechen. Auch die geschickt eingesetzte Gitarre macht immer mal Ausflüge in diverse musikalische Genres, mal klingt es bluesig, dann wieder ein wenig funky. Insgesamt ein spannendes Album.

CD, 2011, 12 Tracks, Label: Yelamoon Records

Marion Möhle

13.12.2011

 

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